Denk- und Verhaltenspräferenzen besprechbar machen

Wie „ticke“ ich und wie „tickt“ mein Gegenüber? Dies zu wissen, ist im Betriebsalltag wichtig. Denn dann kann auch darüber gesprochen werden, wie die (Zusammen-)Arbeit verbessert werden kann. Das Analyse-Instrument Everything DiSG® Workplace hilft hierbei.

Wo Menschen zusammenarbeiten „menschelt“ es. Das heißt, es entstehen immer wieder Irritationen, die sich am Verhalten des Gegenübers entzünden. Zum Beispiel daran, dass ein Kollege Sachverhalte sehr ausschweifend erklärt. Oder einem bestimmten Vorgehen eine hohe Bedeutung beimisst. Oder sich hinter seinem Schreibtisch vergräbt und kaum mit Kollegen kommuniziert.

An solchen „Kleinigkeiten“ entzünden sich im Büro- und Arbeitsalltag oft massive Konflikte, die das Miteinander erschweren und zu einem Absinken der Leistung führen – zumindest dann, wenn den Beteiligten nicht bewusst ist,

  • warum ihnen bestimmte Dinge wichtig sind,
  • warum sie gewisse Verhaltensweisen von Kollegen stören,
  • warum diese sich so und nicht anders verhalten und
  • ihnen ein Tool fehlt, um Verhaltensweisen, die sie regelmäßig irritieren, besprechbar zu machen.

Die individuellen Unterschiede sichtbar machen

Ein solches Tool ist das Analyse-Instrument Everything DiSG® Workplace. Es macht die Verhaltenspräferenzen und Bedürfnisse von Menschen transparent und hilft so, das eigene Verhalten sowie das anderer Menschen besser zu verstehen, so dass

  • das eigene Verhalten den Bedürfnissen des jeweiligen Partners angepasst werden kann und
  • mit ihm leichter Vereinbarungen getroffen werden können, die das Miteinander erleichtern

Das DiSG®-Modell geht auf den Verhaltenspsychologen William Marston zurück. Er postulierte erstmals die Erkenntnis, dass die individuelle Wahrnehmung unserer Umwelt unsere Kommunikation entscheidend beeinflusst. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde das DiSG®-Persönlichkeitsprofil entwickelt, das seit 1963 über 50 Millionen Mal weltweit eingesetzt wurde.

Vier Grundtypen, aber zahllose Persönlichkeiten

Dem DiSG®-Persönlichkeitsprofil liegt die Annahme zugrunde: Jeder Mensch hat gewisse Verhaltenspräferenzen, in denen sich seine persönlichen Werte und Einstellungen widerspiegeln. Dabei lassen sich vier Grundtypen oder -stile unterschieden, denen wiederum bestimmte Verhaltens- und Kommunikationsmuster zugeordnet werden können. Diese Grundtypen werden mit den folgenden vier Adjektiven überschrieben, deren Anfangsbuchstaben zugleich den Namen DiSG® bilden:

  • Dominant
  • Initiativ
  • Stetig und
  • Gewissenhaft

Diese vier Grundtypen lassen sich wie folgt charakterisieren.

Typ D – dominant: Personen, die vor allem dem D-Typ entsprechen, sind entscheidungsstark, durchsetzungsfähig und risikobereit. Außerdem sind sie konsequent im Handeln und direkt in der Kommunikation. Sie wirken auf andere Menschen oft (leicht) autoritär und übernehmen gerne das Kommando.

Typ i – initiativ: I-Typen gelten als teamfähig und kommunikativ. Sie knüpfen leicht Kontakte und pflegen diese. Sie sind begeisterungsfähig und können andere mitreißen. Außerdem zeichnen sich durch Optimismus und eine Vielzahl von Interessen aus.

Typ S – stetig: Personen des Typen S gelten als hilfsbereit und wert-konservativ. Sie zeichnen sich zudem durch Ausdauer und Geduld aus, weshalb sie meist in ihrem Fachgebiet ein sehr großes (Detail-)Wissen sowie Können haben. Gewohnheiten und Routinen vermitteln ihnen Sicherheit und sind ihnen wichtig.

Typ G – gewissenhaft: G-Personen sind sehr qualitätsbewusst und streben nach Perfektion. Sie konzentrieren sich auf Fakten und hinterfragen und analysieren Dinge zunächst kritisch, bevor sie sich entscheiden.

Eine weitere Grundannahme von DiSG® ist: Die vier Grundtypen existieren nicht in Reinform. Sie sind in allen Menschen vorhanden. Sie sind bei ihnen aber unterschiedlich stark ausgeprägt. Und aus diesen verschiedenen Ausprägungen, die sich in den Verhaltenspräferenzen widerspiegeln, ergibt sich das individuelle Persönlichkeitsprofil. Beim DiSG®-Persönlichkeitsprofil geht es also letztlich nicht darum, herauszufinden, was für ein Typ eine Person ist, sondern darum: In welcher Ausprägung sind die vier Grundtypen bei einer Person vorhanden? Aus dieser Information werden dann Antworten auf Fragen abgeleitet wie:

  • Welche Stärken hat eine Person?
  • Welche Aufgaben liegen ihr?
  • Welchen Arbeits- und Kommunikationsstil bevorzugt sie?
  • Welches (Arbeits-)Umfeld benötigt sie, um sich optimal zu entfalten?
  • Was sollten Kollegen tun, um mit dieser Person optimal zu kooperieren?
  • Welche Konfliktpotenziale gibt es (in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen) und wie lassen sie sich im Vorfeld reduzieren?

In der grafischen Darstellung, die Personen, die den Everything DiSG® Workplace zugrunde liegenden Online-Fragebogen ausfüllen, nach dessen Auswertung erhalten, gibt es stets einen Punkt (siehe Grafik 1). Er sagt etwas über den DiSG® Stil aus. Jeder der vier DISG-Hauptstile ist in drei Abschnitte unterteilt, so dass sich im Ergebnis des Everything DiSG® Workplace zwölf mögliche Bereiche für die Position des Punktes ergeben. Die Lage des Punktes im Kreissektor gibt den DiSG-Stil der Person an. Zwar trägt jeder Mensch etwas von allen vier Stilen (D,i,S,G) in sich, die meisten neigen aber stärker zu einem oder zwei Stilen. Der Abstand eines Punktes zum Rand des Kreises veranschaulicht, in welchem Maße diese Person wahrscheinlich mit den Eigenschaften ihres DiSG®-Stils übereinstimmt. Liegt der Punkte nahe am Rand des Kreises, sind die Eigenschaften des betreffenden DiSG-Stils bei dieser Person wahrscheinlich stark ausgeprägt.

Die Analyse basiert auf einer Selbsteinschätzung

Die Auswertung, die eine Person erhält, basiert auf einer Selbsteinschätzung mit Hilfe eines adaptiven Onlinefragebogens – also eines Fragebogens, der abhängig vom Antwortverhalten der jeweiligen Person variiert, um zu treffsichereren und personenbezogeneren Ergebnissen zu gelangen. Zwischen 80 bis zu über 200 Fragen hält Everything DiSG® Workplace parat, abhängig von der Inkonsistenz beim Beantworten der Fragen.

Bei der Online-Befragung, die Everything DiSG® Workplace zugrunde liegt, werden den Teilnehmern eine Reihe von Aussagen vorgelegt. In einer fünfstufigen Skala sollen sie dann jeweils angeben, inwieweit sie einer Aussage zustimmen . Da die Auswertung elektronisch erfolgt, kann der Bewertungsalgorithmus die soziale Komponente in den Antwortmöglichkeiten automatisch anpassen. Wenn die Selbsteinschätzung beendet ist, wird das Profil erstellt.

Ziel: Die Verhaltensmuster besprechbar machen

Everything DiSG® Workplace zeigt dem Teilnehmer auf, welche Prioritäten ihn bei der Arbeit beeinflussen, welche Aspekte ihn motivieren und welche ihm Stress bereiten. Es erläutert die Beziehung zu anderen DiSG®-Stilen und mit welchen Strategien der Teilnehmer mit diesen besser zusammenarbeiten kann. In einer Zusammenfassung erfährt er, wie er die Effektivität am Arbeitsplatz steigern kann. Everything DiSG®-Workplace kann von jeder Person in einem Unternehmern, unabhängig von ihrer Position oder ihrem Aufgabenbereich, verwendet werden, um die Zusammenarbeit und Arbeitsweise zu verbessern.

Außerdem stellt dieses Modell Menschen die Worte zur Verfügung, um über ihre Bedürfnisse und Verhaltensweisen zu reden. Mit Everything DiSG® Workplace können Menschen nicht nur leichter ihre Bedürfnisse formulieren, sie lernen auch, ihre Bedürfnisse und Verhaltensweisen so anzupassen, dass sie einen Schlüssel für ihr Gegenüber haben. Ob es um die tägliche Zusammenarbeit, den Umgang mit Problemen oder das Lösen von Konflikten geht, manchmal muss man sich anpassen können. Mit Everything DiSG® erkennen die Menschen leichter, wann und warum eine solche Anpassung unverzichtbar ist – für den eigenen Erfolg!

Lesen Sie in Teil 2: “Die moderne Arbeitswelt erfordert detaillierte-re Analysen

Über die Autorin:

Rose, SvenjaSvenja Rose arbeitet als Master-Trainerin und -Beraterin für die Voss+Partner GmbH, Hamburg, die unter anderem DiSG-Trainer ausbildet und lizensiert.

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