Erzeugung von Arbeitnehmerloyalität durch Ergonomiserung des tangiblen Arbeitsumfelds

Mitarbeiterbindung

Die in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachtende Explosion des tertiären Sektors und die damit verbundene Entmaterialisierung der Arbeitswelt führen dazu, dass immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sitzenden Tätigkeiten nachgehen. Da sowohl die Anatomie als auch die Physiologie den menschlichen Organismus nicht auf derart monotone Belastungsmuster ausgelegt ist, resultiert aus der wirtschaftlichen Entwicklung die Notwendigkeit, Büroarbeitsplätze nach ergonomischen Gesichtspunkten zu optimieren, um ein Höchstmaß an Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterloyalität zu forcieren.

Mitarbeiterbindung dank ergonomischem Arbeitsumfeld

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, in denen die reine Funktionalität des tangiblen Arbeitsumfelds im Fokus des Interesses der verantwortlichen Unternehmensstellen stand, gewinnt die ergonomische Gestaltung von Büroräumen eine immer größere Bedeutung. Dieser Trend ist unter anderem auf Erkenntnisse des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft zurückzuführen. Grundsätzlich zielt die Ergonomie, also die optimale Anpassung des materiellen Arbeitsumfeldes an die Eigenheiten des Menschen darauf ab, sowohl das körperliche als auch das geistige Belastungsniveau im Bezug auf den einzelnen Arbeitnehmer zu senken, was sich positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter und letztlich auch auf die Produktivität auswirkt. Darüber hinaus unterstützt eine ergonomische Arbeitsumgebung die Identifikation des einzelnen Mitarbeiters mit dem Unternehmen, was sich langfristig anhand einer messbaren Fluktuationsrate auf der Arbeitnehmerseite belegen lässt.

Profit durch Produktivitätszuwachs und Corporate Identity

Im Hinblick auf die Gesundheit und die damit in Verbindung stehende Produktivität der Mitarbeiter spielt die Beschaffung ergonomischer Sitzmöbel sowie die allgemeine Bürogestaltung nach antropometrischen Faktoren eine zentrale Rolle. In der Praxis bedeutet dies, dass unter anderem die Vorgaben der international gültigen Normen bezüglich der psychischen Arbeitsbelastung (DIN EN ISO 10075) und der Mensch-Computer-Interaktion am Arbeitsplatz (DIN EN ISO 9241) umzusetzen sind. Insbesondere hinsichtlich der Beschaffung von Arbeitsmobillar sollte dementsprechend großer Wert auf die Individualisierbarkeit seitens des Arbeitnehmers gelegt werden, sodass beispielsweise neben dem Bürostuhl auch die Höhe der Arbeitsfläche an die körperlichen Gegebenheiten des Mitarbeiters angepasst werden kann, was direkt zu einer Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit führt. Weiterhin erhöht eine hochwertige Büroausstattung das Selbstwertgefühl der Arbeitnehmer, was wiederum auf deren Motivation abfärbt und für die Produktivität zuträglich ist. Überdies hat sich die einheitliche Gestaltung des tangiblen Arbeitsumfelds durch normiertes Arbeitsplatzdesign sowie die Omnipräsenz des Unternehmenslogos am Arbeitsplatz als förderlich für die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber erwiesen. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, der die Arbeitnehmerbindung entscheidend beeinflussen kann, ist außerdem die Sicherheit am Arbeitsplatz. Mit der gesetzlich geregelten Anbringung von Feuerlöschern und Erste-Hilfe-Kästen ist es jedoch nicht getan, denn ein optimales Sicherheitsgefühl kann lediglich durch eine aktive Schulung und Unterrichtung der Mitarbeiter erzeugt werden.

Aktives Gestaltungspotenzial der Mitarbeiter nutzen

Um das tangible Umfeld möglichst ergonomisch gestalten zu können, ist seitens der verantwortlichen Stellen in jedem Fall eine hinreichende Anforderungsanalyse notwendig, die sich neben den festgeschriebenen Normen und der damit einhergehenden Recherche nach geeigneter Ausstattung vor allem mit den Bedürfnissen der Arbeitnehmer befasst. Zu diesem Zweck eignen sich ungeachtet der Unternehmensgröße flächendeckend eingesetzte quantitative Erhebungsverfahren, wie Umfragen ebenso wie qualitative Erhebungsmethoden, zu denen unter anderem die Durchführung von Mitarbeiterworkshops oder die Einrichtung von Expertengremien zählen. Damit sich die angestrebten Maßnahmen in puncto Arbeitnehmerbindung und Mitarbeiterzufriedenheit bestmöglich ausschöpfen lassen, ist die aktive Einbindung der Mitarbeiter trotz aller Normierung von höchster Bedeutung, denn ohne transparente und mitgestaltbare Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse ist es kaum möglich das Potenzial der Ergonomisierung des tangiblen Umfelds auszuschöpfen.

Quellen:

http://gesund.co.at/ergonomie-am-arbeitsplatz-bueroeinrichtung-26664/

http://www.sozialministerium.at/cms/site/liste.html?channel=CH2157&easyread=1

(3MinutenCoach-Redaktion)

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