Coaching und Psychotherapie – worin liegt der Unterschied?

Coaching und Psychotherapie – worin liegt der Unterschied

Ob es um Schwierigkeiten an der Arbeit, Probleme mit dem Partner oder die allgemeine Lebensplanung geht, viele Menschen suchen professionelle Unterstützung. Während manche auf ihren Psychotherapeuten schwören, ziehen andere einen Coach vor. Keiner von beiden eignet sich jedoch für alle Hilfesuchenden. Es gibt einige Unterschiede, die man wissen sollte, um den geeigneten Ansprechpartner herauszufinden.

Zwei wichtige Impulsgeber: Coach und Psychologe

Unser Leben wirft immer wieder Fragen auf: „Wer bin ich?“, „Was möchte ich?“, „Wie kann ich mein Ziel erreichen?“ sind nur einige davon, die sich Menschen oft stellen. Manchmal kommen sie allein einfach nicht weiter. Anregungen von Freunden können weiterhelfen, reichen aber oft nicht aus, um sich nicht mehr im Kreis zu drehen. Wichtige Impulse erhält man sowohl von einem Coach als auch einem Psychologen. Wer sowieso schon von Unsicherheit geprägt ist, wird sich mit der Entscheidung in jedem Fall schwer tun. Als kleine Hilfestellung widmen wir uns nachstehend den Möglichkeiten, welche ein Coaching bietet.

Einsatzbereiche Coaching

Der Vorstand des DCV (Deutscher Coaching Verband), Alexander Brungs, der selbst Coach ist, sagt: „Ein Coaching soll den Hilfesuchenden in die Lage versetzen, die eigenen Ressourcen zu akzeptieren. Im Idealfall tragen die Gespräche dazu bei, dass sich der Betroffene wieder selbst vertraut und an seine eigenen Fähigkeiten glaubt. Weiterhin sollen sie dazu führen, dass er seine eigenen Bedürfnisse erkennt. Es hat sich herauskristallisiert, dass ein Coach Hilfesuchende erfolgreich in verschiedenen Bereichen unterstützen kann. Dazu gehören Partnerschafts- und Familienprobleme ebenso wie Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, die Trauerbegleitung sowie die Lebensplanung.

Teilweise stützt sich Coaching auch auf psychologische Hintergrundmodelle. Als die Light-Version der Psychotherapie kann es jedoch nicht angesehen werden, denn es gibt klare Grenzen. Ein Coach kann gesunde Menschen unterstützend durchs Leben begleiten. Ob Betroffene krank sind, hängt beispielsweise vom Leidensdruck ab. Psychologen hingen arbeiten mit Personen zusammen, deren problematischer Alltag zu einem Gefühl von Eingeschränktheit führt. Im Gegensatz zum Coaching zählen therapeutische Sitzungen zu den gesetzlich geschützten Professionen. Ein Psychotherapeut darf sich nur so nennen und Menschen behandeln, wenn er über eine Approbation in Psychotherapie verfügt.

Coach und Psychologe helfen erfolgreich bei der Problembewältigung

Zum besseren Verständnis zeigen wir ein Beispiel für den Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie auf: Es gibt viele Personen, die unter Prüfungsangst leiden. Um herauszufinden, woraus diese resultiert und dem Betroffenen zu helfen, sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederzuentdecken, stellt ein Coach den richtigen Ansprechpartner dar. Ist die Angst bereits so stark, dass sie zur Vermeidung von Prüfungen führt und der Hilfesuchende deshalb mit der persönlichen Lebensplanung in Konflikt gerät, wird sie pathologisch. In diesem Fall ist eine Psychotherapie die passende Alternative.

Das bedeutet nicht, dass ein Coach nur bei oberflächlichen Problemen weiterhelfen kann. Grundsätzlich lohnt sich bei ihm die Vereinbarung eines Termins, was viele Menschen oft weniger Überwindung kostet, als einen Psychotherapeuten zu kontaktieren. Ein Grund dafür ist, dass psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert werden. Ein Coaching sollte man sich nicht als wenig intensive Hilfeleistung vorstellen. Auch dort durchlaufen Betroffene einen herausfordernden und teilweise unangenehmen Prozess. Im Idealfall steht am Ende deren selbstständige Lösung von Problemen.

Autor: Redaktion

 
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