Bio-logisch gesund durch jeden Tag des heurigen Jahres

Bio-logisch gesund durch jeden Tag des heurigen Jahres

Das Leben findet in der Polarität statt. Beschäftigt man sich mit einer ganzheitlichen gesunden Lebensführung, führt kein Weg daran vorbei: Yin und Yang, die beiden energetisch strahlenden Kräfte, die alles durchfluten. Sommer und Winter, Frau und Mann – das Symbol für Mutter-Erde-Yin und Vater-Himmel-Yang ist das einfachste und zugleich komplexeste Sinnbild für alle irdischen Lebensvorgänge auf allen Ebenen.

Was so harmonisch anmutet, ist es in vielerlei Hinsicht nicht (mehr). Wir haben uns durch die Einflüsse der Umwelt und unsere „moderne“ Lebensweise so weit von allem Natürlichen – und der ursprünglichen Polarität – entfernt, dass wir immer mehr mit vielschichtigen, chronischen und sogar therapieresistenten Krankheitsbildern konfrontiert werden. Was hat die polare Spannung zwischen Yin und Yang verschoben? Was hat innerhalb der polaren Spannung überhandgenommen?

Betrachten wir unser Leben, sind die Antworten vielfältig: Die Nacht verbringen wir in Häusern, die durch Stahlbeton den natürlichen Erdmagnetismus nicht mehr auf uns einwirken lassen. Die Hektik (Yang) beginnt, indem wir uns morgens mit Kaffee aufputschen, um uns möglichst früh ins Auto zu setzen, um trotz morgendlichem Verkehrsstau rechtzeitig unsere Arbeitsstätte zu erreichen. Mittags folgt die hektische Einnahme von vornehmlich denaturierten, zerkochten Nahrungsmitteln (Yang). Durch den Stau gekämpft kehren wir zurück in unsere Wohnung, wo wir den Abend mit Fernsehen (Yang) verbringen, ohne sonderlich weitere bzw. tiefgreifende Kommunikation (die der Yin-Energie entsprechen würde). Auftretende Beschwerden wie Kopfschmerzen (Yang), werden mit Schmerztabletten (ebenfalls Yang) bekämpft. Ein Teufelskreis: Wir leben nicht mehr in der ausgeglichenen polaren Spannung zwischen Yin und Yang, sondern in einer völligen Yang-Überflutung, die uns aus der Mitte der Polarität führt.

Nicht das, was den alten überlieferten Weisheiten bis hin zur Lehre der 5 Winde der alten Ägypter entspricht. Einer Synthese von Erkenntnis und Glauben, von wissenschaftlicher Logik und meditativer Weisheit. Nur so kommen wir im Hier und Jetzt wieder zu einer ausgeglichenen Rhythmik der regulativen Funktionsverläufe. Jede der fünf Wandlungsphasen beinhaltet in strenger Zuordnung die aus der Akupunktur bekannten Meridiansysteme. Und auch hier finden wir wieder eine Yin-Yang-Polarität. Zudem entsprechen die fünf Wandlungsphasen Element Feuer (Herz-, Dünndarm-Meridian, Kreislauf/Sexus, 3E), Element Erde (Magen- und Milz-Pankreas-Meridian), Element Metall (Lungen- und Dickdarm-Meridian), Element Wasser (Blasen- und Nieren-Meridian) sowie Element Holz (Gallenblasen- und Leber-Meridian) sowohl einem jahres- als auch einem tageszeitlichen Rhythmus.

Die 5 Wandlungsphasen im tageszeitlichen Rhythmus

Anhand der Organuhr zeigt uns der Kreis der 12 Meridiane die Bewegung der täglichen Lebensenergie. Jeder der 12 Meridiane wird innerhalb eines Tages ca. 2 Stunden maximal von Energie durchströmt. Genau 12 Stunden entgegengesetzt finden wir die Minimalzeit. Schauen wir uns die Logik dieses Organuhrwerks in einem Tag-Nacht-Rhythmus an:

Um 3 Uhr morgens geht die Energie des Leber-Meridians (Yin) auf den Lungen-Meridian (Yin) über. Die Entgiftung beginnt ebenso wie das Aufwachen.

Um 5 Uhr geht die Energie des Lungen-Meridians (Yin) auf den Dickdarm-Meridian (Yang) über. Die beste Zeit der Entleerung. Stoffwechselprodukte, die in der Nacht angefallen sind, werden via Darm und Harnblase ausgeschieden, damit wir den Tag voller Energie beginnen können.

Um 7 Uhr morgens übernimmt der Magen-Meridian (Yang) die Energie des Dickdarm-Meridians (Yang) – der Wechsel von der Wandlungsphase Metall auf die Wandlungsphase Erde. Die Magensäfte kommen in Gang. Die Zeit des Frühstücks, in der wir am leistungsstärksten sind und am besten aufnehmen können.

Dem Magen-Meridian (Yang) folgt der Milz/Pankreas-Meridian (Yin) von 9 Uhr bis 11 Uhr. Die Enzyme und Katalysatoren der Verdauungsdrüsen werden produziert. Für eine optimale Wirkung sollten Enzympräparate jetzt eingenommen werden.

Um 11 Uhr erfolgt der Wechsel zwischen der Wandlungsphase Erde und der Wandlungsphase Feuer. Sie beginnt mit der Maximalzeit des Herzmeridians bis um 13 Uhr. Die von den Pankreassäften aufgespaltenen Nahrungsmittel werden in die Zelle geschleust. Das Herz (Yin) steht also im Zentrum der Zellversorgung.

Um 13 Uhr folgt die Zeit des Dünndarms (Yang) – die Zeit der Gewebshormone und Enzyme in unserem Körper. Der Dünndarm empfängt und verarbeitet die Stoffe, die im Magen noch nicht gespalten wurden. Er extrahiert die Nährstoffe und sendet sie über das Blut zur Leber und zur Milz, die Schlacken- und Abfallstoffe weiter zum Dickdarm, die trüben Flüssigkeiten über das Blut zur Niere und Blase.

Um 15 Uhr wechselt die Energie von der Wandlungsphase Feuer zu der Wandlungsphase Wasser. Der Yang-Meridian Blase ist nun der Herrscher der bewegten Flüssigkeiten. Die beste Zeit für die Ausscheidung von Wasser im Körper.

Um 17 Uhr folgt der Yin-Meridian Niere – die physiologische Dämmerstunde, die Speicherphase, physisch wie psychisch. Zeit, in uns zu gehen und den Alltag Revue passieren zu lassen, um unsere innere Betriebsamkeit etwas abzuschalten.

Auch, weil es um 19 Uhr wieder zum Wechsel der Energie auf die Wandlungsphase Feuer kommt und damit auf den Yin-Meridian Kreislauf – die Zeit der geistigen Inspiration. Das Gelernte, Erlebte, die Faszination des Tages erfährt ihren spirituellen Höhepunkt. Es ist nicht die geschäftige Energie des Tages, es ist die Ruhe der meditativen Energie, die den Tag zu Ende führt und den Sympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems), der die Hektik des Tages getragen hat, zur Ruhe kommen lässt.

Um 21 Uhr kommt die Zeit des 3-Erwärmers (Yang), und damit das Hormonsystem zum Tragen. Der Körper erholt sich durch die gesamte zentrale Regulation über Thalamus, Hypothalamus, limbisches System, Epiphyse und Hypophyse. Der Sympathikus mündet wieder in den verstärkten Energiefluss des Vagotonus ein, und wir empfinden eine wohltuende Müdigkeit, die uns in einen erholsamen Schlaf sinken lässt.

Um 23 Uhr geht die vitale Energie von der Wandlungsphase Feuer auf die Wandlungsphase Holz über. Die Katalysatoren für den Stoffwechsel werden in Bewegung gesetzt. Es ist die Zeit des Gallenblasen-Meridians (Yang).

Um 1 Uhr beginnt die Zeit des Leber-Meridians (Yin). Die Zeit der Energiespeicherung, der Zellerneuerung und des potentiellen Wachstums. Alle Entgiftungsvorgänge setzen sich in Gang, die Reinigung des Körpers erreicht sein Optimum – die Voraussetzung der Zellerneuerung. Gönnen wir dem Körper die Zeit der Regeneration, indem wir ihn nicht durch Yang-Reize (z. B. Fernsehen) an seiner Erholungsphase hindern. Überlassen wir uns den bewussten und unbewussten Traumwelten, die uns physisch wie psychisch regenerieren lassen.

Schließlich beginnen wir um 3 Uhr erneut den Energiewechsel von der Wandlungsphase Holz zu der Wandlungsphase Metall. Jetzt, in der Lungenphase, wachen wir langsam wieder auf und erklimmen den neuen Tag erfrischt und gestärkt und zur Ausscheidung bereit.

Die 5 Wandlungsphasen im jahreszeitlichen Rhythmus

Ob wir krank sind oder nicht, uns wohlfühlen oder nicht, hängt damit zusammen. Alles, was in einer Jahreszeit entsteht, ob Krankheit oder Gesundung, ist dynamisch mit einer Wandlungsphase verknüpft. In den Wandlungsphasen zeigen jeweils bestimmte Organe und Organsysteme eine optimale Funktion und Vorrangigkeit. Wie in der Natur spielt der Frühling eine entscheidende Rolle. Man kann sogar sagen, dass entsprechend der Rhythmik das Jahr nicht am 1. Januar beginnt, sondern Ende Februar/Anfang März, zum Einstieg in das Frühjahr.

Frühjahr (2. März – 3. Juni): Holz- und Entgiftungszeit

In der Holzzeit entfaltet sich das dynamische Wachstumsstadium durch die Bildung von Blättern und Zweigen. Die Holzzeit ist geprägt von dem Leber-/Gallesystem. Auf den Menschen bezogen ist das Frühjahr von zwei Phasen gekennzeichnet. In den Monaten März und April ist die Zeit der Entgiftung und des Ausleitens. Die Natur gibt uns vor, dass vor dem Neuanfang das Loslassen steht. Befreit von dem, was ausgeschieden werden muss, folgt von Ende April bis Mai, gleichzeitig mit dem Erwachen der Natur, die Zeit des Neubeginns und Wiederbelebens. Der Körper beginnt, die Lebensenergie des Frühlings zu tanken und für das ganze Jahr aufzubauen. Genießen Sie das frische Grün, erleben Sie ganz bewusst das Erwachen der Natur. Lauschen Sie dem Zwitschern der Vögel, füllen Sie Ihre Lungen mit frischer Luft und wecken Sie Ihre Muskeln durch Bewegung im Freien. So können Sie viel zur Stärkung Ihres Körpers beitragen.

Sommer (21. Juni – 30. Juli): Feuer- und Steuerzeit

In der Feuerzeit erfährt die Natur ihr höchstes Dasein in Farbe, Form und Blüte. Die Feuerzeit ist geprägt von dem Herz-/Kreislauf-Meridian und dem Hormonsystem. Auch beim Menschen entwickelt und entfaltet sich die dynamische Kraft des Wachstums. Es ist die Zeit, in der wir Mut schöpfen und Grenzen überwinden. Die sich nun voll entwickelnde Fähigkeit des Körpers zu regulieren, geht nahtlos in die Erdezeit, die Zeit der Enzyme, des Blutes, des Stoffwechsels und des Nerven- sowie Immunsystems über. Meiden Sie alle Blockaden, die von außen einwirken, wie E-Smog, Geopathie oder unnötige Schmerz- und Schlafmittel. Schützen Sie sich vor Überstimulation durch Stress. Pflegen Sie Ihre Psyche und reduzieren Sie Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und stark stimulierende Gewürze auf ein Minimum.

Spätsommer (14. Aug. – 23. Sept.): Erde- und Stoffwechselzeit  

In der Erdezeit werden die Früchte angesetzt, um Fülle zu bringen. Die Erdezeit ist geprägt von dem Magen-/Milz-/Pankreassystem. Auf den Menschen bezogen konzentriert sich alles auf die Energieverteilung und damit auf die Stabilisation des Stoffwechsels und der Körperzellen. Die Bauchspeicheldrüse mit ihren Enzymen bewirkt eine optimale Ausnutzung des Speisebreis und sorgt für die Verteilung der Lebensmittel sowie eine bestmögliche Nutzung der Nährstoffe innerhalb der einzelnen Zellen. Die Stärkung des Stoffwechsels bewirkt eine Stabilisierung des Immunsystems und des Blutes. Das Nervensystem – und damit auch der empfindliche Magen – können auf diese Reserven zurückgreifen. Wie die Frucht im Spätsommer heranreift, so konzentriert sich nun auch unsere Lebensenergie auf die Zeit der Reife, physisch wie psychisch.

Herbst (28. Sept. – 30. Nov.): Metall- und Schleimhautzeit

In der Metallzeit reift die Frucht heran, um sich letztendlich im Samen zu verwirklichen. Das welke Blatt stirbt mit dem Ziel zu reifen. Die Metallzeit ist geprägt von dem Lungen- und Dickdarm-System. Für den Menschen ist es die Zeit, in der die Schleimhäute, weil sie vom Dickdarm abhängig sind, stabilisiert werden müssen. Sie stellen – gekoppelt mit der Lunge und der Haut – unsere Abgrenzung nach außen dar. Die Stärke der Schleimhaut bedingt eine Stabilität unserer inneren Werte, das Besinnen auf sich selbst. Ebenso stabilisiert sie das Immunsystem, stützt unsere immunologische Ausgangsfähigkeit und stärkt uns für den Winter, die Zeit der Infektionen, aber auch der Ruhe in unserem Körper.

Winter (7. Dez. – 19. Febr.): Wasserzeit und Zeit der Körperflüssigkeiten

In der Wasserzeit werden die in das Erdreich entlassenen Keime durch Quellung und Depolarisation mit all ihren Informationen und dem Maximum der potentiellen Energie freigesetzt. Es entstehen Spross und Wurzel. Die Wasserzeit ist geprägt von dem Niere-/Blase-System. Für uns Menschen ist der Winter die Zeit, in der alles verlangsamt wird, in der wir uns am besten auf unsere Yin-Energie konzentrieren können, die im Nieren-Chi begründet ist. Alles fließt nach innen, um neue Lebenskraft hervorzubringen. Es ist die Zeit aller (un)bewegten Körperflüssigkeiten, also auch der Gewebs- und Zellflüssigkeiten, die sich nun regenerieren. Dies ist essentiell für uns, denn wir bestehen zu über 70 % aus Wasser. Es ist die Zeit unserer psychischen inneren Einkehr, indem wir das Erlebte des Jahres in das neue Jahr einmünden lassen.

Der Biorhythmus mit den Abschnitten Tages- bzw. Schlaf/Wach-, Jahres- und Lebensrhythmus ist das universelle Ordnungsprinzip. In ihm wird alles zusammengefasst und in Beziehung zueinander gebracht. Stärken wir diese natürliche Rhythmik des Lebens, kommen wir bio-logisch gesund durch jeden Tag und das Jahr 2022.

Weiterführende Lektüre:

Martin Keymer / Otto von Bressensdorf: Die Geheimnisse der Rhythmik des Lebens und des Universums, Ihre Bedeutung für das Gesundwerden und Gesundbleiben

Über den Autor:

Martin KeymerMartin Keymer ist international anerkannter Fachdozent, Therapeut, Praktiker und unermüdlicher Forscher rund um das naturheilkundliche Paradigma Körper, Geist und Seele. Seine tiefen Einblicke gibt er seit 40 Jahren im Seminarstudium an Therapeuten weiter. Das von ihm gegründete l.M.U. College fokussiert dieses Wissen als internationale und unabhängige Forschungs- und Bildungseinrichtung.

 
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