Fairness für individuelle Mode – Ein junges Start-Up gibt gebrauchter Kleidung ein zweites Leben

Fairness für individuelle Mode

Wie vertragen sich Modevielfalt und eine bewusste Einstellung zum Konsum? Bestens! Wenn das Motto „fair tragen“ zugrunde liegt: Ausgemusterte, qualitativ hochwertige Kleidung wird nicht einfach entsorgt, sondern bekommt eine zweite Chance. Zwei Studenten haben nach dieser Devise ein erfolgreiches Startup-Unternehmen gegründet. Mit ihrem Online-Shop Second Life Fashion schenken sie bereits getragenen Kleidungstücken ein neues Leben. Im 3MinutenCoach Interview geben die Gründer der Second Life Fashion GmbH Lisa Samhammer und Florian Hagn Einblicke in Ihr Start-Up-Business.

3MinutenCoach: Was ist Ihr Geschäftskonzept? Bitte schildern Sie kurz wofür Ihr Start-Up steht.

Lisa Samhammer und Florian Hagn: Second Life Fashion ist ein junges Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, gebrauchter Kleidung ein zweites Leben zu schenken. Bei uns werden aus Einzelteilen komplette Outfits zusammengestellt, die in dieser Form auch einzigartig sind. Das Besondere dabei ist auch, dass wir für jeden Anlass das passende Outfit anbieten. Aktuell gibt es Second Life Fashion ausschließlich für Frauen, wir möchten uns an dieser Stelle auf dieses Kundensegment spezialisieren.

3MinutenCoach: Was waren die Überlegungen im Vorfeld Ihrer Gründung? Was wollen Sie mit Ihrem Start-Up erreichen?

Lisa Samhammer und Florian Hagn: Ein Aspekt war, dass sehr viele Produkte in einer so hohen Menge immer wieder neu produziert werden, wodurch es zu einem großen Überangebot kommt. Bei Kleidung ist es häufig der Fall, dass immer wieder neue Artikel gekauft werden, obwohl es auch viele tolle Second Hand Stücke gibt, die teilweise noch nie getragen wurden. Des Weiteren erleben wir in Deutschland eine Bewegung in Richtung einer Bewusstseinsgesellschaft. Menschen machen sich über nachhaltiges Handeln immer mehr Gedanken. Genau das möchten wir zusammenbringen: Gebrauchte Kleidung wieder in den Umlauf bringen und das auf eine Art und Weise, die das Second Hand Image revolutioniert.

3MinutenCoach: Wie lange hat der Aufbau Ihres Start-Ups gedauert? Wo lagen bis dato die größten Hürden?

Lisa Samhammer und Florian Hagn: Das Unternehmen wurde Anfang 2016 gegründet. Bis zum August des gleichen Jahres haben wir intensive Marktrecherchen durchgeführt, Kommunikations- und Vertriebskanäle getestet und unseren eigenen Onlineshop www.secondlifefashion.de konzipiert und aufgebaut. Zeitgleich haben wir natürlich immer wieder an unserem Geschäftsmodell gefeilt. So sah unser Start aus. Jetzt gilt es, an Bekanntheit zu gewinnen, um unser Start-Up Schritt für Schritt im Second Hand Markt fest zu etablieren.

3MinutenCoach: Was war bis dato Ihr größter Erfolg im Rahmen Ihres Start-ups? Worauf sind Sie besonders stolz?

Lisa Samhammer und Florian Hagn: Es ist bei uns so, dass wir uns stetig weiterentwickeln. Immer mehr Frauen werden auf unseren Shop aufmerksam und es wird immer mehr in unserem Onlineshop eingekauft. Die internen Prozesse verbessern sich Schritt für Schritt. Und genau diese ständige Verbesserung und Entwicklung ist wunderbar, das macht uns stolz und motiviert ungemein. Ein super Gefühl ist natürlich auch das tolle Feedback von begeisterten Kundinnen. Es ist schön zu sehen, dass es so läuft, wie wir uns das vorstellen.

SecondLifeFashionIm Interview Lisa Samhammer und Florian Hagn

Weitere Informationen über Second Life Fashion

Modeberatung als Vorleistung
Im Webshop Second Life Fashion bieten die beiden Jungunternehmer seit einem halben Jahr preiswert gut erhaltene, aktuelle Secondhand-Kleidung an. Mit Erfolg. Was als Hobby begann, hat sich als wahrer Renner entpuppt. Mit ihrem Startup-Unternehmen wurde eine Marktlücke besetzt. Günstiger Preis, aktuelle Mode und Qualität bestimmen das Angebot. Und noch ein bisschen mehr. „Viele unserer Kundinnen sind in Beruf und    Familie sehr eingespannt. Für stundenlanges online Shopping oder entspannte Einkaufstouren bleibt da zu wenig Zeit“, weiß Lisa Samhammer. Aus dieser Beobachtung heraus hat sie begonnen, Sets zusammenzustellen und komplett anzubieten. „Ich habe ja die Originalstücke in Händen. Häufig beginne ich mit den Accessoires und suche die farblich und stilistisch passenden Kleidungsstücke dazu aus. Jede Kombination muss mich sowohl optisch als auch von der Qualität her überzeugen. So übernehme ich die Modeberatung noch bevor eine Kundin die Kleidungsstücke überhaupt zu sehen bekommt.“ Die individuell zusammengestellten Komplett-Outfits erfreuen sich besonderer Beliebtheit, weil langwieriges Suchen entfällt. Komfortabel kann nach verschiedenen Kriterien von der Größe über die Farbe bis zum Anlass gewählt werden. Aber natürlich bleibt es den Interessentinnen auch frei, Einzelteile selbst zu kombinieren.

Guter Geschmack muss nicht teuer sein
In ihrem Mode-Blog beschäftigt sich Lisa Samhammer mit den verschiedensten Facetten der gerade angesagten Styles. Sie ist als Trendscout unterwegs und zeigt, wie neue Ideen mit Secondhand-Teilen – je nach Anlass – tragbar und modern umgesetzt werden können. Sie gibt Anregungen, Tipps und Informationen wie ‚frau’ ohne großen finanziellen Aufwand eine neue Optik zaubern kann. Guter Geschmack muss schließlich nicht teuer sein. Wer noch mehr wissen und nichts versäumen will, kann den Mode-Newsletter abonnieren. Interessant ist natürlich auch der Blick hinter die Kulissen. Da wird erzählt, wie alles angefangen hat, wie es im Lager zugeht und wie zwei junge Leute den Alltag als Unternehmer meistern. Denn so „ganz nebenbei“ widmen sich beide weiter ihrem Studium.

Nachhaltige Qualität
Secondhand ist heute durchaus gesellschaftsfähig geworden. Indem Kleidung ein zweites Mal in den Modekreislauf eingegliedert wird, verdoppelt sich deren Lebensdauer. Ohne in Sachen Mode tatsächlich enthaltsam zu sein, „verbrauchen“ Modebewusste weniger Teile. „Fair tragen“ kommt der Umwelt direkt zugute. Mit seinem Angebot will Second Life Fashion seinen Teil dazu beitragen. Die angebotene Ware deckt eine breite Markenauswahl ab, günstige Massenware ebenso wie hochpreisige Unikate und Raritäten. „Entscheidend ist immer die Qualität. Passt sie nicht, können wir angebotene Kleidungsstücke auch nicht kaufen“, betont Florian Hagn, „Schließlich sind wir unseren Kundinnen verpflichtet. Zwar weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei allen Artikeln um Secondhand-Mode handelt und diese durchaus leichte Gebrauchsspuren haben kann, trotzdem ist ein guter Zustand der Teile Voraussetzung für zufriedene Bestellerinnen.“ Die Kleiderschnäppchen werden nach dem Ankauf sorgfältig aufbereitet, fotografiert und detailliert beschrieben. Angaben zu Marke und Material gehören ebenso dazu wie der ehemalige Neupreis. Ganz nach der Vision „save the world – buy second hand“ lassen sich guter Geschmack, Umweltbewusstsein und Secondhand-Kleidung bestens vereinen.

 
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