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HR-Verantwortliche in Unternehmen stellen ihr Recruiting immer breiter auf. Denn eine Stellenanzeige auf der Firmenwebsite zu platzieren, reicht schon lange nicht mehr aus, um qualifizierte Bewerbungen zu erhalten. Bei der Anzeigenschaltung ist im Zeitalter des Fachkräftemangels stattdessen Multiposting gefragt. Infrage kommen neben der firmeneigenen (Karriere-)Website auch Printmedien, Online-Jobbörsen, die Business-Netzwerke Linkedin und Xing sowie das Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit.

Wo Arbeitgeber im Mai die meisten Stellenanzeigen geschaltet haben und welche Kanäle sie für bestimmte Berufsgruppen und Hierarchiestufen präferierten, erfahren Sie im aktuellen BAP Job-Navigator.

Online-Jobbörsen dominieren den Stellenmarkt

Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen aller Branchen und Größen suchen deshalb händeringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Mai schrieben rund 233.000 Arbeitgeber deutschlandweit fast 2 Millionen Stellenanzeigen aus. Von Online-Jobbörsen versprachen sie sich die größte Reichweite. Denn fast 57 Prozent ihrer Stellenanzeigen schalteten personalsuchende Firmen im Mai auf Stepstone, Monster und anderen reichweitenstarken branchenspezifischen Jobportalen. 26 Prozent der Jobinserate veröffentlichten sie im Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit und 11 Prozent auf Firmenwebsites. Auf Xing und Linkedin wurden zwar nur 4 Prozent der Stellenanzeigen ausgeschrieben. Die beiden Business-Portale werden aber von Recruitern verstärkt beim Active Sourcing, der proaktiven Ansprache von Kandidatinnen und Kandidaten, genutzt. Eine zumindest quantitativ geringere Rolle in der Anzeigenschaltung spielen die Printmedien, wo lediglich 2 Prozent der Jobangebote inseriert wurden.

Anzeigenmedien variieren stark je nach Berufsgruppen

Mit Blick auf die einzelnen Berufsgruppen wird die unterschiedliche Bedeutung der Schaltmedien deutlich. Auf Online-Jobbörsen wurden über 64 Prozent aller Stellenausschreibungen für Fachkräfte im Hotel- und Gastgewerbe veröffentlicht – der Spitzenwert im Vergleich zu anderen Berufsgruppen. An zweiter und dritter Stelle stehen Jobinserate für Werbefachleute mit fast 64 Prozent und Projektmanager mit rund 63 Prozent. Den geringsten Anteil bei den digitalen Jobportalen verzeichneten Stellenausschreibungen für Bauarbeiter und Handwerker mit immerhin noch 46 Prozent.

Der Anteil von Firmenwebsites an allen Suchmedien liegt zwischen mehr als 15 Prozent bei Stellenanzeigen für Führungskräfte und 7 Prozent bei Jobinseraten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotellerie. Besonders starke Abweichungen gibt es bei der Anzeigenschaltung im Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit. Fast 42 Prozent aller Stellenanzeigen für Bauarbeiter und Handwerker wurden hier geschaltet, gefolgt von Jobinseraten für technische Fachkräfte wie Ingenieure und Architekten (37 Prozent) und Logistikern (32 Prozent). Am seltensten wird die Bundesagentur für Arbeit hingegen für die Stellenausschreibungen für Werbefachleute genutzt (12 Prozent).

Xing und Linkedin spielen bei der Anzeigenschaltung im Consulting-Bereich und für IKT-Fachkräfte mit jeweils rund 10 Prozent die größte Rolle. Ebenfalls hohe Anteile verzeichnen die beiden Business-Portale im Anzeigenmix für Werbefachleute und Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung mit 8 Prozent.

Die meisten Stellenanzeigen in Printmedien wurden von den Arbeitgebern hingegen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Beschäftigte im Bereich Aus- und Weiterbildung mit einem Anteil von 3,7 Prozent an allen Anzeigen geschaltet. Auch in der Berufsgruppe Rechts- und Steuerwesen wurden Print-Anzeigen überdurchschnittlich häufig genutzt (3 Prozent).

Schaltmedium hängt auch von Qualifikationsprofil ab

Der Qualifikations- und Hierarchielevel spielt bei der Wahl des geeigneten Mediums für die Veröffentlichung einer Stellenanzeige ebenfalls eine Rolle. So wurden fast 5 Prozent der Jobinserate für ungelernte Arbeitskräfte in Printmedien geschaltet. Bei den Ausbildungsplätzen lag der Anteil bei beachtlichen 4 Prozent. Es ist zu vermuten, dass Arbeitgeber damit eher die Eltern von Ausbildungsplatzsuchenden ansprechen als die Nachwuchskräfte selbst, die als Digital Natives in der virtuellen Welt zu Hause sind. Für die digitalaffinen Young Professionals lag der Anteil mit 0,4 Prozent hingegen im statistisch kaum noch messbaren Bereich.

Auch bei den Online-Jobbörsen zeigen sich deutliche Unterschiede. Hier reicht das Spektrum von 76 Prozent bei Stellenausschreibungen für Praktika und Studentenjobs bis zu 49 Prozent bei Stellenanzeigen für gewerbliche Fachkräfte. Große Abweichungen gab es auch bei der Anzeigenschaltung im Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit. So wurden 40 Prozent aller Stellenanzeigen für gewerbliche Fachkräfte, aber lediglich 3 Prozent der Jobinserate für Praktika und Studentenjobs dort ausgeschrieben.

Der Anteil von Xing und Linkedin am Anzeigenmix ist bei Fachkräften mit Berufsausbildung (14 Prozent) besonders hoch. Gewerbliche Fachkräfte werden über die beiden Karriere-Netzwerke hingegen selten gesucht. Dasselbe gilt bei gewerblichen Fachkräften (8 Prozent) und ungelernten Arbeitskräften (7 Prozent) mit Blick auf Firmenwebsites. Auf Vorstandsebene (19 Prozent) und bei Bereichs- und Hauptabteilungsleitern (18 Prozent) spielen die firmeneigenen Karriereportale im Vergleich zu anderen Schaltmedien eine weitaus größere Rolle.

Über den BAP Job-Navigator

Der BAP Job-Navigator wertet monatlich die Stellenangebote aus 199 Printmedien, 263 Online-Jobbörsen, mehr als 40.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit aus. Im Mai 2022 wurden insgesamt 1.976.194 Stellenanzeigen von 232.931 Unternehmen analysiert. Für die aktuelle Auswertung wurden dabei alle veröffentlichten Stellenanzeigen betrachtet, d. h. es wurden auch mehrere Anzeigen für eine vakante Position gezählt.

Über den BAP

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Personaldienstleistungs- und Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 1.800 Mitglieder organisiert.

Quelle: Presseportal.de

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