Zu Geld gemachte Ideen – Wie Unternehmen ihr Innovationsbewusstsein stärken

Wie Unternehmen ihr Innovationsbewusstsein stärken

Wandel, operative Fähigkeiten, Projekte, Ressourcen, Fokus, globale Optimierung, Kapazitätsgewinn, Umsatzsteigerung, Wettbewerbsvorsprung – viele Unternehmen wissen sehr klar, wo die Reise hingehen soll. Gleichzeitig scheitern sie an der täglich erlebten Realität, den wahrgenommenen Restriktionen und der Erkenntnis, dass sie heute noch gar nicht so „sind“, wie das für disruptive Innovationen z. B. in Zusammenhang mit zunehmender Digitalisierung erforderlich wäre.

Ohne Weiterentwicklung wird auch das stärkste Unternehmen irgendwann von der Konkurrenz abgehängt. Deshalb fordern herkömmliche Verbesserungsstrategien, dass alles im Unternehmen fortwährend optimiert werden soll. Doch schaffen etablierte Firmen so tatsächlich die nötigen Voraussetzungen für Innovation? Macht es nicht mehr Sinn, statt sich in unzähligen Verbesserungsprojekten zu verzetteln, lieber die Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu fokussieren? Den Punkt der größtmöglichen Einflussnahme? Den Engpass? Schließlich geht es um nichts anderes als darum, wirklich neue und bessere Produkte für den Markt zu entwickeln. Unternehmen, die wachsen wollen, müssen heute mehr denn je einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil aufbauen. Und genau dazu brauchen sie ein hohes Maß an Innovationsbewusstsein und Innovationsfähigkeit.

Spezielle Herausforderungen

Unabhängig davon, was eine Veränderung bedingt – demografischer Wandel, Globalisierung oder digitale Transformation – Innovationen sind in ihrem Ergebnis immer etwas „Neuartiges“, sie unterscheiden sich merklich vom vorangegangenen Zustand. Allerdings braucht es dazu erst einmal eine Vielzahl an kreativen Marktideen. Zugegeben, innovative Produkte erzeugen Wachstum und letztlich mehr Gewinn, aber es gibt auch fünf zentrale Herausforderungen, die Unternehmen in diesem Prozess bewältigen müssen:

  1. Knappe Ressourcen
  2. Hohe Kosten für Forschung & Entwicklung
  3. Schlechte Planbarkeit
  4. Viel Zeit von der Idee bis zur erfolgreichen Markteinführung
  5. Generell hohes Risiko

Um diese Herausforderungen zu lösen, müssen Unternehmen ihre Prozesse hinsichtlich Geschwindigkeit, Erfolgswirksamkeit und Zuverlässigkeit von Innovationsprojekten verbessern. Leistungskennzahlen zeigen an, ob das Ziel erreicht wird: Anzahl von erfolgreichen Innovationen gemessen an Umsatz oder Durchsatz innerhalb eines Zeitraums. Verhältnis zwischen Erfolgen/Misserfolgen am Markt. Pünktliche Markteinführung besonders bei saisonabhängigen Innovationen etc.

Lukrative Wettbewerbsvorsprünge

Um Innovationen auch finanziell stemmen zu können, muss ein Unternehmen sicherstellen, dass sein Durchsatz schneller wächst als die Betriebskosten. Dazu braucht es immer wieder einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung und die Fähigkeiten, operational die versprochene Leistung tatsächlich zu erbringen ohne seine Ressourcen zu überbeanspruchen noch existentielle Risiken einzugehen sowie auch bei stark schwankendem Geschäft den Wettbewerbsvorsprung aufrechtzuerhalten. Meist reicht das jedoch nicht, um den Gewinn schnell und deutlich zu steigern. Dafür ist es notwendig, aus dem jeweiligen Wettbewerbsvorsprung lukratives Geschäft zu generieren. Dies erfolgt übrigens keinesfalls automatisch, sondern erfordert fast immer zusätzliche Maßnahmen in Marketing und Vertrieb, insbesondere den Aufbau eines unwiderstehlichen Angebots sowie Ausbau von Vertriebsfähigkeiten und -prozessen. Ist es gelungen, den Gewinn deutlich zu steigern, ermöglicht dies dem Unternehmen, die Kapazität bei steigendem Geschäft mehr und mehr zu erweitern … und zwar so, dass es auch bei schwankendem Auftragseingang robust/antifragil agieren kann. Die Basis ist gelegt für neue potentiell entscheidende Wettbewerbsvorsprünge. Kapazität, Geld und Management-Attention sind vorhanden und können fokussiert für Durchbruchs-Innovationen eingesetzt werden.

Veraltete Struktur schreckt innovative Mitarbeiter ab

Stehen Unternehmen lange Zeit unter einem starken wirtschaftlichen Druck, ist es relativ wahrscheinlich, dass ebenjene Kapazität/Geld/Management-Attention noch nicht hinreichend ist, um die notwendigen Innovationen für zukünftige Wettbewerbsvorsprünge zu realisieren. Aufgrund der etablierten Führungs- und Organisationsstruktur und -kultur wirkt das Unternehmen außerdem eher abschreckend auf Menschen, die über ausgeprägte Innovationsfähigkeiten verfügen. Ebenso hält es die Mitarbeiter davon ab, ihre innovativen Fähigkeiten zielorientiert einzusetzen. Auf Grundlage dieser Überlegungen könnte es zieldienlich sein,

  • die Ziel- und Kennzahlenwelt des Unternehmens konsequent “global” auszurichten.
  • Hierarchien abzubauen und selbstführende Teams zu etablieren.
  • Führungskräfte zu Unterstützern zu entwickeln.
  • Suche nach Sinn zu initiieren, statt Strategie zu verordnen.
  • das Innovationsbewusstsein zu stärken.

Innovationsbewusstsein stärken mit Technologiefragen

Die nachfolgenden sechs Technologiefragen von Dr. Eliyahu Goldratt sind ein sehr gutes Instrument, um herauszufinden, wie Unternehmen bestehende Begrenzungen und Einschränkungen erkennen und auflösen können, um Misserfolge durch vorschnelle Innovationen am Markt zu reduzieren:

  1. Was ist die Power ihrer neuen Technologie?
  2. Welche heute bestehenden Ein-/Beschränkungen oder Hindernisse werden durch die neue Technologie beseitigt oder erheblich reduziert?
  3. Welche Verhaltensmuster, Gewohnheiten und Strategien werden heute angewandt, um die Begrenzung zu umgehen?
  4. Welche Strategien, Normen und Verhaltensmuster müssen verändert werden, um die Vorteile der neuen Technologie zu nutzen?
  5. Welche Veränderungen/Ergänzungen sollten bei der Technologie aufgrund der obigen Analyse eingeführt werden?
  6. Wie kann die Technologie/Neuerung nachhaltig eingeführt werden?

Fragen sich Unternehmen, was sie noch tun können, um mehr Innovationsprojekte umzusetzen und so durch Innovation mehr gesundes Wachstum in kürzere Zeit zu erreichen, gibt es eine Antwort: Es geht darum, als Unternehmen den großen Bogen zu denken, zu kommunizieren und gemeinsam mit allen Beteiligten zu entwickeln: Von der aktuellen Situation des Unternehmens, über die ersten notwendigen Schritte, um Kapazität, Geld, Freiraum u. a. zu erzeugen bis zur strategischen Vision neuer Geschäftsmodelle. Innovation eben und zwar durch und durch!  

Über die Autoren:

Simon_Techt_klUwe Techt ist Geschäftsführer der VISTEM GmbH & Co. KG und gilt als Vorreiter im deutschsprachigen Raum für die Nutzung der Theory of Constraints (TOC) und des Critical Chain Projektmanagements. Als strategischer Denker für grundlegende Verbesserungen und Durchbruchsinnovationen ist der Topmanagement Coach auch gefragt als Speaker und Autor. Zuletzt von ihm erschienen ist das Fachbuch „PROJECTS that FLOW“.

Claudia Simon ist Geschäftsführerin der VISTEM GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit einem Expertenteam berät und begleitet sie nationale und internationale Unternehmen in ihrer Wachstumsentwicklung. Das Ziel: Ein florierendes Unternehmen und nachhaltiger Erfolg. Der Weg: Potentialerschließung durch konsequente Umsetzung der engpassorientierten Unternehmensführung. Innovative Methoden rund um Strategieentwicklung und Ressourcenmanagement stehen dabei im Mittelpunkt.

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