Master neben dem Beruf: Chance oder Zeitverschwendung?

Master neben dem Beruf Chance oder Zeitverschwendung

Mit dem Bachelor in der Tasche geht es für viele Menschen direkt in die Berufswelt. Man hat genug gebüffelt und war lang genug mittelloser Student. Geld soll in die Taschen und das Gelernte will umgesetzt werden. „Ein Master lässt sich später noch machen“ ist die Devise. Doch hat sich einmal der Berufsalltag eingewöhnt und der Kontostand sich erholt, fällt es umso schwerer die Entscheidung zu treffen, wieder die Schulbank zu drücken. Das Einkommen aufgeben? Ein schwieriger Schritt. Auch stellt sich die Frage, ob sich der Master am Ende wirklich lohnt oder ob man mit Berufserfahrung nicht besser bedient ist. Schließlich werfen viele ihr Auge auf ein Fernstudium, da es das Beste beider Welten zu bieten scheint: Man verbleibt in seinem Beruf und kann gleichzeitig den Master absolvieren. Aber lohnt sich das?

Der Master und sein Potential

Gute Qualifikationen bedeuten eine gute Positionierung auf dem Arbeitsmarkt. Das haben wir alle recht früh gelernt. Während vor etwa zehn Jahren ein Bachelorstudium eine Möglichkeit war, sich von der breiten Masse abzusetzen, scheint es heute, als studiere so gut wie jeder. Tatsächlich hat sich die Zahl der Bachelorabschlüsse in Deutschland in den letzten 10 Jahren versechsfacht (Quelle: Statistika). Während in 2018 etwa 240.000 Studenten einen Bachelor abschlossen, belief es sich beim Master ‚nur‘ um etwa die Hälfte. Eine gute Möglichkeit, aus der Masse herauszustechen?

Der Master und sein PotentialDer Master an sich ist eine zweijährige Weiterbildung, die insbesondere die Türen zur Führungsposition öffnet. Natürlich muss man hier zwischen den unterschiedlichen Studienrichtungen unterscheiden, aber grundsätzlich zielt das Masterstudium auf eine leitende Rolle ab. Ferner dient er zur Spezialisierung im gewünschten Fachgebiet und macht aus einem kompetenten Mitarbeiter einen Experten in seinem Bereich.

Auch auf dem Konto macht sich ein abgeschlossenes Masterstudium bemerkbar. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt mit einem Master liegt bei etwa €6.000 mehr im Vergleich zum Bachelor (Quelle: Absolventa).  Natürlich unterliegt dieses starken Schwankungen nach dem Fachgebiet.

Zu guter Letzt spricht natürlich auch der eigene Wissensdurst und der Drang zur Selbstverwirklichung für einen Master. Er kombiniert die Erfüllung dieser Bedürfnisse mit einem hochangesehenen Abschluss. Auch das Selbstwertgefühl profitiert davon.

Die Kehrseite

Nichts auf der Welt gibt es umsonst. Bei der Überlegung, ein Masterstudium neben dem Beruf anzugehen, sollte man sich der Kehrseite bewusst sein. Während die finanziellen Kosten sich wirklich im Rahmen halten und oft auch vom Arbeitgeber mitgetragen oder durch Förderprogramme unterstützt werden, sind es ganz andere Kosten, die auf den Fernstudenten zukommen. Schließlich versucht man permanent zu multitasken und sich sozusagen in zwei zu teilen. Ein Vollzeitstudium neben einer Vollzeitstelle ist so gut wie unmöglich. Doch selbst die flexibleren Teilzeitmodelle, die alle Fernuniversitäten anbieten, wirken sich stark auf den Alltag aus.

Nicht grundlos gibt der Gesetzgeber bestimmte  Richtlinien für Arbeitszeiten vor. Während diese nicht konkret für ein nebenberufliches Studium gelten sondern eher für nebenberufliche Tätigkeiten wie Nebenjobs oder freiberufliche Arbeit, sollte man sich der Gesundheit wegen daran orientieren. Überlastung, Stress und Druck können sich nicht nur auf die Arbeit und das Studium auswirken sondern auch auf die Gesundheit. Übernimmt man sich bei der Jonglage von Beruf, Privatleben und Studium, fällt nicht nur einer der Bälle, sondern meist gleich alle drei. Ohne guten Rückhalt von Familie und Arbeitgeber und einer organisierten und strukturierten Arbeitsweise sinken die Chancen auf Erfolg und das Risiko der gesundheitlichen Belastungen steigt.

Fazit: Chance oder Zeitverschwendung?

Nebenberuflich studieren Chance oder ZeitverschwendungAls Zeitverschwendung sollte man ein Studium allgemein nie betrachten. In jedem Szenario – Präsenzstudium, Fernstudium, Vollzeit oder Teilzeit – bildet man sich weiter und öffnet neue Türen für die berufliche Laufbahn. Selbst ein abgebrochenes Studium ist insofern keine Zeitverschwendung, dass man etwas gelernt hat – wenn auch nur, dass das Studium oder das gewählte Modell nicht zu einem passt.

Ist man sich im Unklaren darüber, ob man mit dem Arbeitsaufwand und dem Multitasking gut zurechtkommt, gibt es Möglichkeiten, dies zu erproben. Einige Fernuniversitäten bieten zum Beispiel eine Testphase an: Bei der iubh kann man vier Wochen lang einen beliebigen Studiengang testen. Dabei legt man sich weder fachlich noch finanziell fest. Kündigt man innerhalb der vier Wochen, ist man frei von jeglicher Verpflichtung gegenüber der Uni und hat keinen Cent verloren.

Auch im Gespräch mit Arbeitgeber, Familie und Beratungsstellen der Universität(en) lässt sich ein klareres Bild über die Möglichkeiten und Anforderungen schaffen. Der Wert, den der Rückhalt des persönlichen und professionellen Umfelds hat, ist nicht zu unterschätzen.

Vieles kann man heutzutage mit Berufserfahrung ausgleichen. Das macht den Master zwar nicht obsolet, heißt aber auch, dass man vieles auch ohne ihn erreichen kann. Außerdem gibt es – dank Internet und moderner Technologien – unzählige weitere Angebote zur Weiterbildung, die weniger zeit- und kostenintensiv als ein Studium sind. Wie bei so vielem ist es eine Entscheidung, die individuell getroffen werden muss um als „richtig“ bewertet werden zu können.

Autor: Redaktion

 
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