Hörverlust früh erkennen und behandeln, Gesundheitsrisiken minimieren

Hörverlust früh erkennen und behandeln, Gesundheitsrisiken minimieren

Gute Vorsätze gibt es zuhauf. Die Klassiker kennen wir alle (besonders für den Jahreswechsel): mehr Sport, gesündere Ernährung, Abnehmen … Nach wenigen Wochen geraten leider allzu viele ambitionierte Vorsätze ins Stocken, ebben ab oder scheitern gänzlich. Wenige Wochen – zur Umsetzung eines Vorsatzes für die Hörgesundheit würden die bereits ausreichen. Nachhaltige Wirkung inklusive.

Verschiedene Studien gehen heute davon aus, dass über 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland „nicht gut hören“. Medizinisch korrekt leiden sie an einer Hörminderung, einem Hörverlust, einer Schwerhörigkeit – eine Diagnose, die von vielen Betroffenen noch immer weggeschoben oder lange Zeit ignoriert wird. Dabei sind längst verschiedenste Altersgruppen betroffen: Zwar steigt mit dem Alter auch die Wahrscheinlichkeit einer nachlassenden Hörleistung, ausschlaggebend ist jedoch die Belastung des Gehörs durch verschiedene äußere und innere Faktoren. Eine Hörminderung kann deshalb auch schon in jungen Jahren auftreten. Mit entsprechenden Folgen. Aber: Mit praxiserprobten, einfachen Möglichkeiten kann jeder therapeutisch gegensteuern.

Unbehandelte Hörminderung birgt weitreichende gesundheitliche Risiken

Studienergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit des Themas Hören und die Notwendigkeit einer besseren Aufklärung. Denn neben dem sinkenden akustischen Verstehen gehen mit einer Hörminderung zahlreiche weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen einher. Das Hörvermögen dient der Orientierung, dem Richtungshören und dem Feststellen von Entfernungen. Dies nicht mehr zu können, kann zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag führen. Nicht selten kommt es in Folge einer Hörminderung zu psychischen und physischen Problemen. Ebenso ist bekannt, dass ein unversorgter Hörverlust den kognitiven Abbau fördert. Die zunehmende berufliche, familiäre oder soziale Isolation – aufgrund von Scham oder Unwohlbefinden aufgrund des nachlassenden Hörvermögens – schränkt die Betroffenen erheblich ein. Damit sinkt automatisch auch die Lebensqualität und führt, insbesondere bei älteren Menschen, zu einem wachsend schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand, bis hin zu Gemütserkrankungen wie Depression und Ängsten.

Warum tritt eine Hörminderung auf?

Verursacht wird eine Hörminderung durch die mit dem Alter zunehmende Belastung des Ohres durch Schall, zum Beispiel Lärm im Berufsleben oder im Alltag. Aber auch andere Faktoren können eine Hörminderung hervorrufen: Medikamente, Krankheiten genetische Faktoren und altersbedingte Veränderungen im Hörsystem können negativen Einfluss auf das Hörvermögen nehmen. Das Risiko, eine Schwerhörigkeit zu erleiden, steigt also natürlicherweise mit zunehmendem Alter. Doch Betroffene warten meist sehr lange, bis sie einen HNO-Arzt oder Akustiker aufsuchen beziehungsweise eine Hörgeräteversorgung in Anspruch nehmen. Das Hörvermögen lässt zwar oft schleichend nach, dennoch geschieht das Zögern zum Handeln eher nicht aus Unwissenheit. Vielmehr versuchen Betroffene es häufig aus ihrem Alltag zu tilgen, herunterzuspielen oder ignorieren es schlicht – wieder aus Scham vor einem vermeintlichen „Altersmakel“ und eigentlich ausnahmslos mit eher mäßigem Erfolg. Die Folge: Gespräche, gerade in lauten Umgebungen, fallen ihnen zunehmend schwer. Es ist ihnen peinlich, den Gesprächspartner nicht zu verstehen und nachfragen zu müssen. Unterhaltungen zu folgen, benötigt viel Konzentration und Aufmerksamkeit und trotzdem kommen die Betroffenen irgendwann nicht mehr mit. Oft stellt sich deswegen vermehrt eine übermäßige Erschöpfung ein. Die Lust an der gesprochenen Kommunikation mit anderen geht verloren.

Bewusstsein für das (eigene) Gehör schaffen und aktiv werden

Tabus zu brechen, sich möglichst früh eine nachlassende Hörleistung bewusst zu machen und Maßnahmen zu ergreifen, ist für Betroffene und Angehörige unumgänglich. Der technische Fortschritt bei Hörgeräten kann kombiniert mit einer strukturierten Gehörtherapie bereits frühzeitig individuellen Hörschäden entgegenwirken und damit gesundheitliche (Spät-)Folgen vermeiden. Eine begleitende Gehörtherapie ist neben dem Einsatz von Hörgeräten unbedingt anzustreben, um das über die Zeit „verlernte“ Hören wieder zu erlernen: Der Hörfilter filtert bei einem gesunden Gehör 70 % des Gehörten heraus, so dass nur die relevanten 30 % von uns bewusst wahrgenommen werden. Das ermöglicht eine einwandfreie Kommunikation, auch in lauten Umgebungen. Durch die Hörminderung gelangen immer weniger Töne an den Hörfilter, der in Folge dessen nach und nach an Leistung verliert. Werden die Töne nun durch Hörgeräte wieder verstärkt, kommt im Ohr erstmal eines an: Lärm, weil der untrainierte und entwöhnte Hörfilter die eingehenden Töne nahezu komplett weiterleitet. Viele Betroffene legen genau deshalb die Geräte schnell wieder beiseite. Eine Gehörtherapie wirkt diesem Phänomen gezielt und systematisch entgegen. In rund zwei Wochen – eine leistbare Zeit für gute Vorsätze – sind die Erfolge fühl- und vor allem hörbar.

Fit durchstarten: Aktiver durch gutes Hören

Das Tragen gut angepasster Hörgeräte in Kombination mit einer vorgeschalteten Gehörtherapie verhilft fast nebenbei zu einem wieder aktiveren, genussvolleren Lebensstil: Das gesamte Verhalten wird positiv beeinflusst, denn mit dem besseren Hören steigert sich meist auch das Selbstbewusstsein der Betroffenen. Außerdem profitieren sie durch die zurückgewonnene Sicherheit im Straßenverkehr, vermehrte Freizeitaktivitäten und ein aktiveres Sozialleben. In einer Studie bezeugten außerdem 61,5 % der Befragten, seit dem Tragen der Hörgeräte wieder mehr mit ihren Partnern zu sprechen.1 So profitieren letztlich neben Betroffenen auch das gesamte Umfeld vom neugewonnenen Hörvermögen – Grund genug also, für gute Vorsätze. Natürlich nicht nur zum neuen Jahr.

Literaturverweise:

  1. Kügle, P. M. (14. Juli 2015). Mehr hören – mehr leben – mehr lieben. Abgerufen am 21. Mai 2019 von Presseportal: https://www.presseportal.de/pm/107493/3070837

Über den Autor:

Kevin OppelKevin Oppel lebt als gelernter Hörakustiker und Diplom-Betriebswirt (FH) seit fast 15 Jahren den praktischen und wissenschaftlichen Austausch zum Thema Hören, Tinnitus und ganzheitlicher Gehörrehabilitation. Sein Credo: „Lebensqualität ist dazugeHören!“ Sein Weg dorthin: Methodische Herangehensweise und jede Menge Erfahrungen aus der Praxis.

Über terzo: „Übung macht den Meister“ – nach dieser Devise lässt sich nicht nur ein Instrument erlernen, sondern auch das Gehör trainieren. Die systematische terzo®Gehörtherapie bietet die Möglichkeit, die Hörfähigkeit Betroffener durch die Kombination aus Gehörtraining und Hörgeräten zu optimieren.

 
Werbung
Wissen vermehrt sich, wenn man es teilt:
Gastautor
Bei 3 Minuten Coach schreiben anerkannte Experten über interessante Themen in den Bereichen Bewerbung, Karriere, Online Reputation, Soft Skills, Effektivität & Effizienz, Management, Vertrieb und Weiterbildung. Nähere Informationen zu den einzelnen Autoren befinden sich am Ende jedes Beitrages.

Wie denkst du darüber? Teile uns deine Meinung mit! Hinterlasse doch einen Kommentar: